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Dienstag, 2. Mai 2017

Tag6 - S Lönneberga

Huch! Als ich aus dem Zelt krieche sind die Transe, meine Koffer und der Rasen vom Nebel des Sees mit etwas Frost überzogen. Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.


Ich schnappe mir mein Handtuch und die Zahnbürste und ziehe zum öffentlichen WC vor. Ich will auch noch ein paar Bildchen von dem Gelände knipsen. Das nette Paar hat es verdient nochmal erwähnt zu werden. Sie betreiben hier den kleinen gemütlichen Campingplatz incl Kanuverleih namens Nordländer Kanotcentre.



Wie ich von der morgendlichen Katzenwäsche zurück komme sitzt die Dame bereits mit einer Tasse Kaffee vor dem Haus und genießt die wärmenden Sonnenstrahlen. Kurz Plausch und dann mache ich mich relaxed daran meine sieben Sachen zu verstauen. Als ich losfahre klingel ich nochmals am Haus und möchte mich für die freundliche Unterkunft bedanken. Doch es kommt niemand mehr zur Türe. Schade. Ich hoffe sie wissen auch so dass es mir bei ihnen super gefallen hat.

Für heute steht für mich das eigentliche Highlight der Tour auf dem Programm. Doch es wird mit Sicherheit später Mittag werden bis ich dort eintreffe. Ich genieße die spitzen Landschaft, die vielen Seen, Schotterstraßen und kurvigen Hügelstraßen durch den Wald. Hier und da stoppe ich für eine kleine Pause und entdecke eine nicht offizielle Crossstrecke. Hier toben sich wohl an und an ein paar Freaks aus. Für die zweite Runde schnalle ich die Koffer ab und gebe auch mal etwas mehr Gas. Moped und Fahrer schwitzen, also kann es jetzt auch weiter gehen.





Für Mittag decke ich mich an einem Supermarkt mit Brot, Scheiblettenkäse und Keksen ein. Ich stoppe an einem Steg und genieße mein kleines Mahl mit einem top Panorama.


Jetzt ist es nicht mehr weit. Noch ein paar Kilometer und schließlich erreiche ich Katthult. Hier wurde vor vielen Jahren die Serie zu Michel von Lönneberga abgedreht. Ich bin gespannt wie Schmit's Katze ob ich die Gebäude noch alle erkenne. Der Hof befindet sich in Privatbesitz und man kann sich auch hier absolut schmerzfrei gegen eine freiwillige Spende umsehen. Das Befahren ist nicht gewünscht und so lege ich meine Jacke und Helm neben dem Moped ab und stapfe los. Ist das toll! Sofort fallen mir wieder einige Streiche ein und ich erwische mich wie ich fröhlich vor mich hergrinse. Jetzt aber mal ein paar Bildchen:





Von unten versuche ich alle Gebäude auf ein Panorama zu bannen und knipse durch den derzeit leider verschlossenen Schuppen in dem Michel immer zur Strafe eingesperrt wurde. In den Regalen stehen noch immer die ganzen Holzfiguren.



Als ich mich gerade auf den Weg zum Parkplatz mache kommt mir ein junges Paar entgegen. Sie sind auch aus D und sind derzeit mit einem Mietwagen unterwegs. Sie erzählen mir, dass Bullerbyn nicht weit weg von hier ist. Dies ist ja auch ein Drehort von Astrid Lindgren zu der Serie Wir Kinder von Bullerbü. Ich zücke mein Handy und suchen den Ort im Maps. Tatsächlich. Nicht weit weg. Zuvor möchte ich allerdings noch die älteste Eiche Schwedens besuchen. Diese ist auch nur ein paar Kilometer weiter. Ein Arbeitskollege gab mir den Tipp.


Noch während diesem kurzen Zwischenstopp beschließe ich, dass dies ein super Punkt ist und ich auf dieser Tour nicht weiter nördlicher möchte. Stattdessen möchte ich morgen einfach mal nur Fahren. Einfach im Zickzack über die schönen waldigen kleinen Straßen und Pisten donnern und sehen was am Wegesrand so alles ins Blickfeld schießt. Irgendwie hoffe ich einen Elch zu sehen. Ich bin mir aber sicher, dass dieser Wunsch nur mit gaaaaanz viel Glück in Erfüllungen gehen wird.

Kurz später bin ich dann auch schon in Bullerbyn und die drei Häuser kommen mir sofort bekannt vor. Klasse. Auch diese Häuser sind inzwischen in Privatbesitz. Eine Frau ist gerade mit dem Frühjahrsputz beschäftigt und sie winkt mir freundlich zu.



So viel Spuren von Astrid Lindgren heute. Schön zu sehen, dass diese Orte noch immer existieren und auch noch sofort als diese zu erkennen sind. Aber wohin denn jetzt? Ich habe aufgrund meines Beschlusses bei der Eiche kein weiteres Tagesziel mehr. Ich gebe also keines in mein Navi ein und fahre einfach mal frei Schnauze los.


Und zum späten Nachmittag das alte Spiel. Wo ist ein Campingplatz bei dem ich mich niederlassen kann. Schnell ist einer gefunden und auch hier bin ich, wie gehabt, der einzige mit Zweirad und Zelt.
An der Rezeption hängt ein Zettel, dass diese von 20:00 bis 21:00 besetzt ist. Ich frage an einem Camper ob dies stimmt und die Frau gibt dem Zettel recht. Also schlage ich schon mal mein Zelt auf und gehe 30 min später zur Rezeption. Der alte Besitzer verlangt meinen Perso und kritzelt richtig altmodisch alle Daten in ein Buch, schreibt eine Quittung mit Pauspapier und auch hier kann ich mit Visa zahlen. Die Schwenden sind hier ganz anders als wir. Sie zahlen alles mit dem Plastikgeld. Sogar wenn sie sich ein Eis am Stil am Imbiss kaufen. Anschließend zieh ich los zum Waschhaus und genieße wieder die letzten Sonnenstrahlen bei einem kleinen Abendschmaus.


Morgen ist dann schon wieder mein letzter Tag in Schweden. Schade. Aber ich denke mir wie immer: "Das war nicht mein letzter Besuch. Schweden wird mich wieder sehen."



5 Kommentare:

  1. Schöner Campingplatz, den merke ich mir, falls ich mal in der Ecke vorbei komme. Das letzte Bild mag ich besonders... löst Fernweh aus.

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    1. P.S. Den Kanuverleih incl Campingplatz kannst du Kaufen. Die beiden wollen es los werden und sich ein angemessenen Altersdomizil zulegen. ;-)

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  2. Hi, ich war 2001 mit den Transalpern da. Auf dem Hof wurden wieder alle zu kleinen Kindern. Verpasst hast du den Runkesteen. Ein großer Felswürfel, der seit der Eiszeit auf eine Spitze steht. Tolle Gegend.

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  3. Danke für den Tipp. Ich habe ihn mir gleich im Maps mit einem "Sternchen" versehen. Beim nächsten Trip nach Schweden bringe ich auch mehr Zeit mit.

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