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Dienstag, 2. Mai 2017

Tag6 - S Lönneberga

Huch! Als ich aus dem Zelt krieche sind die Transe, meine Koffer und der Rasen vom Nebel des Sees mit etwas Frost überzogen. Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.


Ich schnappe mir mein Handtuch und die Zahnbürste und ziehe zum öffentlichen WC vor. Ich will auch noch ein paar Bildchen von dem Gelände knipsen. Das nette Paar hat es verdient nochmal erwähnt zu werden. Sie betreiben hier den kleinen gemütlichen Campingplatz incl Kanuverleih namens Nordländer Kanotcentre.



Wie ich von der morgendlichen Katzenwäsche zurück komme sitzt die Dame bereits mit einer Tasse Kaffee vor dem Haus und genießt die wärmenden Sonnenstrahlen. Kurz Plausch und dann mache ich mich relaxed daran meine sieben Sachen zu verstauen. Als ich losfahre klingel ich nochmals am Haus und möchte mich für die freundliche Unterkunft bedanken. Doch es kommt niemand mehr zur Türe. Schade. Ich hoffe sie wissen auch so dass es mir bei ihnen super gefallen hat.

Für heute steht für mich das eigentliche Highlight der Tour auf dem Programm. Doch es wird mit Sicherheit später Mittag werden bis ich dort eintreffe. Ich genieße die spitzen Landschaft, die vielen Seen, Schotterstraßen und kurvigen Hügelstraßen durch den Wald. Hier und da stoppe ich für eine kleine Pause und entdecke eine nicht offizielle Crossstrecke. Hier toben sich wohl an und an ein paar Freaks aus. Für die zweite Runde schnalle ich die Koffer ab und gebe auch mal etwas mehr Gas. Moped und Fahrer schwitzen, also kann es jetzt auch weiter gehen.





Für Mittag decke ich mich an einem Supermarkt mit Brot, Scheiblettenkäse und Keksen ein. Ich stoppe an einem Steg und genieße mein kleines Mahl mit einem top Panorama.


Jetzt ist es nicht mehr weit. Noch ein paar Kilometer und schließlich erreiche ich Katthult. Hier wurde vor vielen Jahren die Serie zu Michel von Lönneberga abgedreht. Ich bin gespannt wie Schmit's Katze ob ich die Gebäude noch alle erkenne. Der Hof befindet sich in Privatbesitz und man kann sich auch hier absolut schmerzfrei gegen eine freiwillige Spende umsehen. Das Befahren ist nicht gewünscht und so lege ich meine Jacke und Helm neben dem Moped ab und stapfe los. Ist das toll! Sofort fallen mir wieder einige Streiche ein und ich erwische mich wie ich fröhlich vor mich hergrinse. Jetzt aber mal ein paar Bildchen:





Von unten versuche ich alle Gebäude auf ein Panorama zu bannen und knipse durch den derzeit leider verschlossenen Schuppen in dem Michel immer zur Strafe eingesperrt wurde. In den Regalen stehen noch immer die ganzen Holzfiguren.



Als ich mich gerade auf den Weg zum Parkplatz mache kommt mir ein junges Paar entgegen. Sie sind auch aus D und sind derzeit mit einem Mietwagen unterwegs. Sie erzählen mir, dass Bullerbyn nicht weit weg von hier ist. Dies ist ja auch ein Drehort von Astrid Lindgren zu der Serie Wir Kinder von Bullerbü. Ich zücke mein Handy und suchen den Ort im Maps. Tatsächlich. Nicht weit weg. Zuvor möchte ich allerdings noch die älteste Eiche Schwedens besuchen. Diese ist auch nur ein paar Kilometer weiter. Ein Arbeitskollege gab mir den Tipp.


Noch während diesem kurzen Zwischenstopp beschließe ich, dass dies ein super Punkt ist und ich auf dieser Tour nicht weiter nördlicher möchte. Stattdessen möchte ich morgen einfach mal nur Fahren. Einfach im Zickzack über die schönen waldigen kleinen Straßen und Pisten donnern und sehen was am Wegesrand so alles ins Blickfeld schießt. Irgendwie hoffe ich einen Elch zu sehen. Ich bin mir aber sicher, dass dieser Wunsch nur mit gaaaaanz viel Glück in Erfüllungen gehen wird.

Kurz später bin ich dann auch schon in Bullerbyn und die drei Häuser kommen mir sofort bekannt vor. Klasse. Auch diese Häuser sind inzwischen in Privatbesitz. Eine Frau ist gerade mit dem Frühjahrsputz beschäftigt und sie winkt mir freundlich zu.



So viel Spuren von Astrid Lindgren heute. Schön zu sehen, dass diese Orte noch immer existieren und auch noch sofort als diese zu erkennen sind. Aber wohin denn jetzt? Ich habe aufgrund meines Beschlusses bei der Eiche kein weiteres Tagesziel mehr. Ich gebe also keines in mein Navi ein und fahre einfach mal frei Schnauze los.


Und zum späten Nachmittag das alte Spiel. Wo ist ein Campingplatz bei dem ich mich niederlassen kann. Schnell ist einer gefunden und auch hier bin ich, wie gehabt, der einzige mit Zweirad und Zelt.
An der Rezeption hängt ein Zettel, dass diese von 20:00 bis 21:00 besetzt ist. Ich frage an einem Camper ob dies stimmt und die Frau gibt dem Zettel recht. Also schlage ich schon mal mein Zelt auf und gehe 30 min später zur Rezeption. Der alte Besitzer verlangt meinen Perso und kritzelt richtig altmodisch alle Daten in ein Buch, schreibt eine Quittung mit Pauspapier und auch hier kann ich mit Visa zahlen. Die Schwenden sind hier ganz anders als wir. Sie zahlen alles mit dem Plastikgeld. Sogar wenn sie sich ein Eis am Stil am Imbiss kaufen. Anschließend zieh ich los zum Waschhaus und genieße wieder die letzten Sonnenstrahlen bei einem kleinen Abendschmaus.


Morgen ist dann schon wieder mein letzter Tag in Schweden. Schade. Aber ich denke mir wie immer: "Das war nicht mein letzter Besuch. Schweden wird mich wieder sehen."



Montag, 1. Mai 2017

Tag5 - S

Guten morgen zusammen,

die Nacht war angenehm ruhig und nicht so kalt wie gedacht. Ich krieche gegen 7:00 aus meinem Zelt und bewege mich langsam zum Waschhaus. Ich habe ja Zeit. Die Rezeption wird erst wieder ab 9:00 besetzt sein und ich muss schließlich noch meine Übernachtung bezahlen. Pünktlich, wie es sich für einen Deutschen gehört, bin ich gegen 8:45 abfahrbereit an der Rezeption. Kurz später trifft die Dame ein und ich zahle die Campinggebühr mit meiner Prepaid-Visa und bekomme meinen Ausweis zurück.
Mein Tagesziel für heute steht noch nicht fest. Ich bewege mich auf Schwedens Nebenstraße immer Richtung Norden. Der frische Wind ist noch da aber längst nicht mehr so kräftig wie in Dänemark. Die Sonne scheint und ich hoffe, bald die Waldgrenze zu erreichen, um dem Wind etwas zu entkommen.
Was einem sofort hinter Malmö auffällt ist, dass es hier tatsächlich überall die schicken roten Holzhäuser hat. Ich passiere viele kleine Siedlungen und denke mir schon jetzt dass es hier wirklich wie in Bilderbüchern ist.



Etwa 70 km später ist es dann soweit. Der Wald beginnt und der Wind ist um längen angenehmer. Die Bäume und auch Büsche tragen hier noch kein Laub und keine Triebe. Lediglich ein paar vereinzelte Büsche deuten den anstehenden Frühling an. Sogar die vielen Birken, die bei uns schon im knalligen grün erstrahlen, sind hier noch total kahl. Als Zwischenstopp habe ich für heute etwas ganz besonders geplant. Ich möchte mir die traditionelle Landwirtschaft in Rashult ansehen. Diese habe ich zuvor bei meiner kurzen Recherche entdeckt. Doch bevor ich dort ankomme muss ich für einige sehr schicke Motive stoppen.




Ich erreiche das Gehöft gegen Mittag und bin sehr überrascht. Denn der 1. Mai ist auch in Schweden der Tag der Arbeit. Es hat kaum Besucher. Lediglich vereinzelt treiben sich hier ein paar einheimische Familien herum. Die Zufahrt ist nur für Fahrzeuge mit Sonderfahrtenschein gestattet. Also stelle ich meine Transe artig auf dem Besucherparkplatz außerhalb ab. Der Fußweg ist nur etwa 500 m. An einem Gatter mit der riesigen Infotafel hängt ein Kasten mit der Bitte um eine freiwillige Spende von 20 Kronen. Ich komme den Aufruf nach und schlendere los. Es gibt drei offizielle Wege durch das Anwesen. Eine rote, eine gelbe und eine blaue Route. Ich entscheide mich für die Gelbe. Also die mittellange von etwa 2,2 km.
Als erstes kommt man an den alten Häusern vorbei. Ein kleines Wohnhaus steht offen und man kann sich die super erhaltenen Räumlichkeiten ansehen. Einige Gebäude sind noch verschlossen. Was mich schon jetzt recht stutzig macht.




Kurz später kommt man an den kleinen Feldern vorbei und der Weg führt einen durch die ganz natürliche und leicht sumpfige Landschaft. Weit und breit bin ich der einzige und bin schon gespannt, wann ich denn endlich auf die Viehhaltung stoße.
Doch nichts. Weit und breit sind lediglich Hufspuren und Hinterlassenschaften zu sehen. Als der Weg wieder Richtung Siedlung führt wird man über einen schönen kleinen Holzsteg geführt und schließlich bekomme ich doch noch ein paar freistehende kleine Pferde zu sehen. Ich warte bis endlich eines den Kopf hebt und drücke auf der Knipse ab.



Als ich wieder an der Siedlung bin gebe ich mich nicht geschlagen. Es muss hier doch deutlich mehr Vieh geben. Ich schlender zu einem Gebäude das wie ein Stall aussieht. Oben ist alles mit einem Schloss verriegelt. Doch unten in der Senke ist eine alte Türe die nur mit einem Keil verschlossen ist. Frech wie ich bin ziehe ich ihn heraus. Tada! Hier hat es Schafe und Hühner. Ich betrete den Stall und denke mir: "Das schweigen der Lämmer?" Lediglich die Hühner gackern vor sich hin und lassen sich nicht von mir stören. Die Schafe beschnuppern mich ganz neugierig und ich strecken ihnen etwas Heu entgegen. (Mensch muss ich stinken).


Weiter hinten im Stall hat es noch eine andere Rasse von Scharfen. Diese sind, als sie mich bemerken, deutlich lebhafter und nervöser. Und die Lämmchen sind total putzig!



Von meiner Neugierde befriedigt ziehe ich ab zum Moped und fahre artig weiter. Ca. 60 km weiter muss ich schon wieder stoppen. Was ist das denn hier? Wieder so ein schicker Touriort. Hier hat es eine Riesige alte Mühle. Eine Infotafel verrät mir, dass es sich um eine alte Knochenmühle handelt. Was ist das denn? Hier wurden die Knochen von Schweinen, Kühen und Co gemahlen und als Dünger für die Felder an die umliegenden Bauen verkauft.



Kurz darauf spricht mich ein Schwede an. Er ist neugierig wo ich herkomme. Wir ratschen kurz und er erzählt mir, dass der große Tourischwarm erst in ca 3-4 Wochen kommt und deshalb noch viele Campingplätze geschlossen sein werden. Dass kann ja spannend werden. Im Zweifel werde ich einfach vom Jedermannsrecht gebrauch machen.

Ich fahre weiter und genieße die schönen kleinen geschwungenen Straßen durch den Wald. Der Asphalt ist hier sowas von rau dass man eigentlich nie Angst haben muss auch nur ansatzweise den Grip zu verlieren. Hinter den unzähligen Kuppen weiß man nie genau ob es jetzt geradeaus, rechts oder links weiter geht. Wobei die Bäume es einem schon recht gut verraten. ;-) Lange Geraden hat es auch ab und an.

Und dann übersehe ich doch glatt die Zeit. Jetzt aber los und einen Campingplatz suchen. Der nächste soll etwa 3 km weiter sein. Top! Doch als ich dort ankomme ist dieser wirklich noch geschlossen. Also ab zum Nächsten. Dieser soll laut Navi nur 30 km weiter sein. Wenn der auch zu ist, beschließe ich mir einen schönen Platz in der Natur zu suchen. Ich komme dort an. Er sieht sehr gemütlich und klein aus. Nichts los. Hmmm. Was jetzt tun? Ich klingel einfach mal an dem anliegenden Wohnaus.
Kurz später öffnet mir eine Dame die Türe und ich bin erstmal total perplex als sie mich in besten Deutsch anredet. Ich frage mich noch immer woher sie das wusste. Evtl hat sie mein Kennzeichen durch das Fenster gesehen. Sie teilt mir mit, dass sie noch geschlossen hätten. Ich frage sie, warum sie so gut deutsch spricht und so erfahre ich, dass sie und ihr Mann aus Berlin stammen und vor 36 Jahren hier her ausgewandert sind. Sie erzählt mir zudem noch, dass dies hier ein besonderer Platz ist. Das kleine Wehr wurde früher genutzt um eine Möbelfabrik zu betreiben. Ihr Wohnhaus sei das Haus des Besitzers gewesen und die beiden Häuser da hinten waren die Wohnhäuser der Gesellen. Eines sei in Privatbesitz und das andere gehört dem lokalen Verein. Und schließlich gewährt sie mir mein Zelt hier aufstellen zu dürfen. Ich müsse auch nichts zahlen. Nur das Waschhaus kann ich noch nicht nutzen. Das Wasser ist hier noch abgestellt. Aber sie gibt mir die Info, dass ich das ganz neue öffentlich WC ca. 400 m weiter stressfrei nutzen Kann. Der Verein hat es ganz frisch aufgestellt.

Im Sonnenuntergang stelle ich mein Zelt auf und genieße noch einen kleinen Spaziergang rund um das Gelände am See. Zurück am Zelt kommt ihr Mann auch noch für einen Ratsch vorbei. Wirklich ein sehr nettes Paar die beiden.


Ich verkrümel mich in meinen Schlafsack und säge ein paar Bäume um. Oder Träume ich doch nur, dass ich ein Motorrad bin? :-P



Sonntag, 30. April 2017

Tag4 - ab durch DK

Es ist fast Mittag bis Manni und ich aus den Zelten kriechen. Die Nacht / Vormittag war angenehm ruhig und dank der Sonne mollig warm. Langsam und gemütlich packen wir unsere sieben Sachen zusammen. Manni ist deutlich vor mir fertig und seine Entscheidung ist gefallen. Er düst ab Richtung Polen um dort noch ein paar schöne Tage zu verbringen. Es macht auch kaum Sinn für einen Tag mit nach Schweden zu kommen. Manni muss leider Mittwoch Abend wieder Zuhause sein.
Ja, ihr habt es ja jetzt schon gelesen. Ich habe geplant noch für ein paar kurze Tage nach Schweden überzusetzen. 30 min später bin auch ich auf der Straße und bewege mich und die gute Black Betty genügsam zur Fähre nach Dänemark. Die Fähre geht von Puttgarden nach Rodbyhavn. Ich löhne am Schalter stolze 50 Euro und stelle schon jetzt in der Warteschlange fest, dass ich wohl das einzige Zweirad an Board sein werde.
Während die Menschenmassen das Restaurant und den Dutyfreeshop stürmen, genieße ich das Ablegen und die frische Luft. Irgendwie bin ich immer recht gerne für ein paar Stunden auf dem Schiff. Man hat dort immer richtig Zeit zum entspannen. Wo will man denn auch groß hin.



Das Übersetzen dauert etwa 45 min. Kurz vor dem Anlegen ertönt im Lautsprecher, dass alle Fahrgäste angehalten sind ihre Papiere an der Grenze bereit zu halten. Und so zwicke ich meinen Geldbeutel hinter mein Windschild und fahre von Deck. Jedes dritte Auto wird vom Zoll zur Seite gewunken. Ich hoffe doch, dass ich nicht auch kontrolliert werde. Denn ich habe meine grüne Versicherungskarte vergessen. (Brauche ich die überhaupt innerhalb der EU?) Doch der Zöllner winkt mich einfach durch. Ich muss noch nicht mal meinen Helm absetzen.
Kaum haben mich die laaaaangen geraden dänischen Straße muss ich mit ordentlichen Seitenwind kämpfen. Immerhin kommt man so zu etwas Seitenlage. :-P



Ab und an führt mich das Navi entlang der Küste über etwas kurvigere Nebenstraßen. Hier und da stoppe ich für ein Bildchen und genieße die wohltuenden Sonnenstrahlen im Windschatten einer der vielen Hecken.


Den ganzen Tag habe ich noch keine anderes Zweirad gesehen außer das meine. Da stoppt plötzlich ein großer Suzuki-Bobber neben mir. Das Paar fragt ob ich Probleme hätte und ob sie mir helfen könnten. Denn sie wohnen schließlich nur etwa 500 Meter weiter. Ich antworte, dass alles ok sei und ich lediglich meinen Akkupack im Koffer zum Laden meines Handys suche.
Keine 3 min später stoppt auf einmal schon der nächste Zweiradfahrer. Er hat eine schicke alte BMW und will wohl selbst nur ein Pause einlegen. Ich schlendere zu ihm rüber und fange einen kleinen Smalltalk mit ihm an.
Zurück im Sattel ist Kopenhagen nicht mehr weit. Ich will dort noch unbedingt über die Brücke nach Schweden. Schon vor drei Jahren als ich die Krimiserie Die Brücke gesehen habe kam in mir der Gedanke auf, dass ich unbedingt mal über diese Brücke fahren will.
Doch bevor es über die Brücke geht muss man noch durch einen Tunnel der unter dem Meer hindurch führt. Ist das nicht super? Ich fand es cool als ich so in dem Tunnel bin und mir vorstelle, dass da oben eventuell gerade ein Schiff über mich hinweg fährt. :-)
Kaum aus dem Tunnel draußen ist man auch schon fast auf der Brücke. Ich ziehe meine Knipse aus der Jacke und schieße ein Bild nach dem anderen und hoffe, das wenigstens eines halbwegs scharf wird. Eine Parkbucht gibt es leider nicht. Und am Pannenstreifen stehen bleiben möchte ich lieber auch nicht.



In Malmö angekommen werfe ich einen Blick auf das Navi ob hier evtl ein Campingplatz in der Nähe ist. Immerhin ist es inzwischen kurz vor 19:00 Uhr. Es zeigt mir, dass keine 3 km von meinem Standort ein Platz fast am Meer ist. First Camp Malmö. Also los und ab da hin. Mensch ist das ein großer Platz. Die Dame von der Rezeption ist schon mit dem Abschließen beschäftigt. Ich überrede sie, dass ich ihr meinen Ausweis da lasse und pünktlich morgen um 9:00 zum Zahlen komme. Sie drückt mir noch schnell eine Schließkarte für das Waschhaus in die Hand und wünscht mir einen schönen Abend.
Schon jetzt fällt mir auf, dass es hier deutlich länger hell ist als Zuhause. Ich stelle mein Zelt auf der riesigen Zeltwiese auf und bin weit und breit der einzige der unter "Plane" pennen wird.


Das Zelt ist aufgestellt und so schnappe ich mir mein Abendessen und gehe zum Strand. Ich schaue der Sonne zu wie sie ganz langsam dem Horizont immer näher kommt.


Ich verkrümel mich im Schlafsack und sichere jetzt endlich meine geschossenen Bilder auf dem Netbook und setze die bisher geknipsten Panoramas zusammen. Mein Hörbuch labert mich letztendlich in den Schlaf.

Gute Nacht zusammen.



Samstag, 29. April 2017

Tag3 - Hochzeit Marit&Bene

Guten morgen zusammen,

die Blase drückt mich schon recht früh aus dem Schlafsack. Manni war kurz vorher schon mal. Vor lauter Eile vergesse ich glatt die Karte für das Sanitärhaus in unserem Tönni. Ich schleiche nochmal zurück und hole sie mir incl meiner Fleecejacke. Denn es ist doch recht frisch draußen.
Als ich auf dem Weg zurück bin, bin ich gar nicht mehr müde. Also schnappe ich mir meine Knipse und ziehe zum Strand los und genieße den Sonnenaufgang. Ich will Manni nicht stören und lass ihm gerne die Nase Schlaf. Frau Holle meint es noch gut mit dem Wetter und zeigt uns die Sonne von der schönsten Seite. Endlich wieder Meerluft. Und an der Ostsee war ich mit dem Moped noch nie. Jipiii.


Unser Tönni


Blick aus dem Fenster von der Liegefläche


Etwa eine Stunde später krabbelt auch Manni aus seinem Schlafsack. Wir packen ganz gemütlich unsere Sachen zusammen und sind zum Glück recht früh auf der Straße. Bis Fehmarn ist es jetzt nicht mehr weit. Manni hatte zuvor schon entdeckt, dass es bei Travemünde eine kleine Fähre ans gegenüberliegende Ufer gibt. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Der Preis ist recht günstig und wir genießen die kleine Schifferlfahrt. Während die Fähre ablegt knipse ich ein Panorama vom Ufer.


Ab 12:00 Uhr sollen wir am Standesamt in Burg auf Fehmarn sein. Noch bevor wir auf der Insel ankommen beginnt es schon wieder zu Regnen. Manni und ich schwingen uns an einer Tanke in unsere sehr feschen und absolut sexy aussehende Regenklamotten. Am Standesamt angekommen, kommen zuvor noch zwei weitere frisch vermählte Paare heraus. Und ab ca 12:30 wird es in unserer Gruppe langsam unruhig. Die Tante schreit: "Sie kommen." Die Tür bleibt allerdings leer. Kurz später lässt sich der Papa in der Türe blicken und meint wir sollen doch reinkommen. Marit und Bene sind das letzte frisch vermählte Paar für heute und so kann der Sektempfang im inneren stattfinden. Marit ist total gerührt über die vielen Leute und weiß gar nicht so recht wie sie mit dem Gefühlspingpong umgehen soll. Zumindest wirkt es so. Herrlich :-D
Ca 30min später stellen sich die Gäste vor der Türe auf und erwarten das Paar an der Türe.


Nach dem netten Empfang haben Manni und ich mehr als genug Zeit um uns am Europa-Camping einzunisten. Die Dame am Empfang mag es wieder kaum glauben, dass wir heute im Zelt schlafen wollen. Sie weist uns einen gut windgeschützten Platz zu und ist noch erstaunter als sie erfährt dass wir heute noch auf eine Hochzeit gehen. Das Wetter ist inzwischen wieder super und so kochen Manni und ich uns erstmal schnelles einfaches Mittagessen und genießen eine Runde Powernapping bevor wir uns in den schicken Zwirn werfen.



Vor lauter Schickmachen haben wir fast die Zeit übersehen. Ist ist bereits 16:30 als wir loskommen. Um 17:00 findet die Trauung in der Kirche statt. Ich düse Manni hinterher und muss doch ordentlich lachen wie witzig es aussieht. In schicker Hose und Jacket auf der Transe! Der untere Teil des Jackets flattert richtig schön unter der Mopedjacke im Fahrtwind. Genial.

Kurz müssen wir uns noch mit einer Politesse ärgern, die uns an unserem ausgesuchten Platz nicht stehen lassen will. Hmpf. Wir stehen artig neben einem Fahrradständer und behindern dort wirklich nichts uns niemanden. Dann geben wir doch klein bei und stellen uns auf einen offiziellen Stellplatz.
Jetzt fragt die Gute auch glatt noch ob wir eine Parkscheiben hätten. Ja Gruzefix! (Wer hat denn schon eine Parkscheibe am Moped mit. Mal ehrlich?) Die Dame überlässt uns jedem eine und wir stecken sie artig an unsere Kisten. Jetzt aber los! Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig in die Kirche. Ups. Wie peinlich. Denn Marit, Bene und die Kirchlichen stehen schon bereit.

Die Trauung ist ökomenisch und super gehalten von den beiden Priestern. Die Stunde ist ruck zuck um und Marit kommt sogar eine Träne aus als eine junge Dame für die frisch Vermählten ein Liedchen trällert. Das Paar verlässt den Kirchplatz im schicken Ami. Manni und ich hetzen zu unseren Mopeds und versuchen die beiden zu finden. Stattdessen verfahre ich mich sogar.


Also kehren wir erstmal fix zum Campinplatz zurück und stellen dort unsere Kisten ab. Das Hotel Bene, in dem die Feier stattfindet, ist nur ca 4 km entfernt. Manni und ich machen uns flotten Schrittes auf den Weg. Zeit um ein zwei schicke Bilder vom Strand zu knipsen finden wir dennoch.



Und wie wir fast da sind, kommen uns das Brautpaar und der Fotograf entgegen. Sehr gut! Die beiden sind also auch noch beschäftigt. Und bevor es mit Speiß und Trank losgeht passe ich sie ab und bitte sie um ein Bildchen für meine Knipse. Sehen sie nicht schick aus?


Das Essen wird serviert und zwischen den Gängen gibt es immer wieder Spielchen und Vorführungen für das Paar. Ganz zum Schluss packen Manni und ich uns unseren Baumstamm. Das Paar soll symbolisch für die nächsten sieben Jahre einen Nagel einschlagen. Dazu habe ich im Baumarkt 210 x 7 mm Nägel organisiert. Zum Fleiß müssen die beiden die Nägel mit einem 400 g-Hammer einschlagen. Soll ja nicht zu einfach gehen. Wird ein Nagel krumm, gibt es in dem Jahr Zoff. Bleibt er grade wird es wunderbar. Als Bene endlich alle Nägel versenkt hat klären wir die beiden mit unserem Vers noch auf. Zuvor bestand der Stamm noch aus zwei Teilen. Im Innern eine Kammer mit dem Geschenk. Diese haben sie jetzt verschlossen. Ätschbätsch. Bin gespannt wie sie die zwei Teile wieder auseinander bekommen.

Anschließend gibt es die Nachspeise und den üblich Hochzeitstanz. Ich habe Bene zuvor noch NIE tanzen gesehen. Er macht seinen Job nicht schlecht. Hut ab!
Die Party kann also beginnen. Die Stimmung ist super. Es fließt reichlich Bier und Cocktails. Was eine Feier. Danke nochmal an die beiden für die Einladung!

Als Manni und ich zu unseren Zelten und den damit verbunden Strandspaziergang aufbrechen kommt schon langsam sie Sonne raus. Unsere Stirnlampen hätten wir also auch gleich am Camping lassen können. Müde fallen wir in unsere Schlafsäcke und pennen sofort weg.

Was ein schöner Tag. Und pünktlich nach dem Standesamt kam sogar die Sonne. Nochmals Danke.

Gute Nacht bzw. guten Morgen allerseits. ;-)